Niedersachsen

  • Welche Städte gehören zu Niedersachsen?
    02.05.2026 — Leon Fischer Die Frage, welche Orte das Bundesland Niedersachsen prägen, ist anders als sie auf den ersten Blick wirkt: Es geht nicht nur um Namen auf der Landkarte, sondern um Geschichte, Wirtschaft und Lebensgefühl. In diesem Artikel nehme

Niedersachsen — das große Bundesland, das niemand falsch macht und kaum jemand richtig kennt

Niedersachsen hat kein Imageproblem. Es hat kein Image.

Bayern hat Lederhosen. Hamburg hat den Hafen. Berlin hat sich selbst. Niedersachsen hat Hannover — und Hannover ist eine Stadt, über die niemand besonders leidenschaftlich redet, weder dafür noch dagegen. Das ist unfair. Niedersachsen ist das zweitgrößte Flächenland Deutschlands, grenzt an sieben Bundesländer und drei Nachbarstaaten, hat mehr historische Städte als die meisten deutschen Reiseführer erwähnen, und eine Wirtschaft, die zu den stärksten im Norden gehört. Was fehlt, ist das Klischee. Was fehlt, ist vielleicht gar nicht notwendig.

Mit 47.614 Quadratkilometern ist Niedersachsen nach Bayern das größte Flächenland Deutschlands. Fast acht Millionen Einwohner, 1.000 Jahre Geschichte, eine Landschaft, die vom Wattenmeer im Norden bis zum Harz im Süden reicht — Niedersachsen ist ein Bundesland, das man unterschätzt, bis man dort ist.

Geschichte — das Reich beginnt hier

Niedersachsen trägt den Namen der Sachsen — eines der mächtigsten germanischen Stämme, die Karl dem Großen am längsten Widerstand leisteten. Die Sachsenkriege von 772 bis 804 sind der blutigste Kapitel der Karolingergeschichte. Am Ende wurden die Sachsen christianisiert, ihr Anführer Widukind taufte sich, und das Gebiet des heutigen Niedersachsen wurde Teil des Fränkischen Reiches. Die Erinnerung an Widukind ist in Niedersachsen lebendig — in Städtenamen, Denkmälern und einem regionalen Selbstbewusstsein, das sich auf diesen frühen Widerstand beruft.

Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern, war im 12. Jahrhundert einer der mächtigsten Fürsten Deutschlands — mächtiger als mancher Kaiser. Er baute Braunschweig zur Residenzstadt aus, gründete München, gründete Lübeck, und zog sich schließlich den Zorn Friedrich Barbarossas zu, der ihn 1180 ins Exil zwang. Das Löwenmonument auf dem Burgplatz in Braunschweig, aufgestellt 1166 von Heinrich selbst, ist die älteste erhaltene freistehende Großbronze nördlich der Alpen — und das selbstbewussteste Herrschaftszeichen des deutschen Mittelalters.

Das Königreich Hannover existierte von 1814 bis 1866 und war dynastisch mit Großbritannien verbunden — von 1714 bis 1837 war der hannoversche Kurfürst gleichzeitig König von England. Georg I., Georg II., Georg III., Georg IV., Wilhelm IV. — alle Hannoveraner auf dem britischen Thron. Diese Verbindung hinterließ kulturelle Spuren, die bis heute erkennbar sind, wenn man weiß, wonach man suchen soll. 1866 annektierte Preußen das Königreich Hannover nach dem Deutschen Krieg — eine Niederlage, die in Hannover lange nachwirkte.

Hannover — unterschätzt, unterschätzenswert

Hannover ist eine Stadt, die ihre Lage zwischen Hamburg und Berlin nie vollständig verwunden hat. Zu groß für eine Provinzstadt, zu klein für eine Metropole, zu ordentlich für ein eigenes Narrativ. Und doch: Hannover ist eine Millionenregion, hat die größte Messeanlage der Welt, war Austragungsort der Expo 2000, hat Herrenhausen und die Royal Gardens, und ist gut genug gebaut, um nach der fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufzustehen.

Die Herrenhäuser Gärten sind das kulturelle Herzstück Hannovers — vier Gärten, angelegt ab dem 17. Jahrhundert von den hannoverschen Kurfürsten, die in Versailles ihr Vorbild sahen und trotzdem etwas Eigenes schufen. Der Große Garten mit seinen geometrischen Parterres, Wasserspielen und dem Großen Fontänenfeld — eine der höchsten Fontänen Europas mit 82 Metern — ist einer der schönsten Barockgärten Deutschlands. Gottfried Wilhelm Leibniz, Universalgenie und Hofbibliothekar der hannoverschen Kurfürsten, arbeitete hier — und ist auf dem Gartengelände begraben.

Das Neue Rathaus, 1913 fertiggestellt, ist das Wahrzeichen Hannovers. Es hat keinen Turm — aber eine Kuppel, zu der ein einzigartiger Schrägaufzug fährt, der sich mit der Krümmung der Kuppel neigt. Innen zeigen vier Stadtmodelle Hannover in vier Epochen: vor dem Krieg, nach dem Krieg, während des Wiederaufbaus und heute. Der Vergleich ist ernüchternd und informativ zugleich.

Die Hannover Messe ist die größte Industriemesse der Welt — jährlich, mit wechselnden Partnerländern, mit Ausstellern aus über 60 Nationen. Wer wissen will, wohin sich Industrie und Technologie entwickeln, kommt nach Hannover. CeBIT, die lange Zeit größte IT-Messe der Welt, fand ebenfalls in Hannover statt — bis sie 2018 ihr Format änderte und schließlich eingestellt wurde. Das Messegelände mit über einer Million Quadratmetern Ausstellungsfläche ist das größte der Welt — und liegt direkt an der Stadtgrenze.

Braunschweig — Heinrichs Erbe

Braunschweig ist die zweitgrößte Stadt Niedersachsens und eine der bedeutendsten historischen Städte Norddeutschlands — was angesichts der Kriegszerstörungen nicht selbstverständlich ist. Die Stadt wurde 1944 zu 90 Prozent zerstört. Was blieb, sind Fragmente — und eine Rekonstruktionsleistung, die aus diesen Fragmenten ein lesbares Stadtbild gemacht hat.

Der Burgplatz ist das historische Zentrum — der Löwe, die Burg Dankwarderode, der Dom St. Blasii, die Burgmauer. Heinrich der Löwe und seine Frau Mathilde sind im Dom begraben, in einem der bedeutendsten romanischen Grabdenkmäler Deutschlands. Der Dom selbst ist ein romanisch-gotisches Hauptwerk des 12. Jahrhunderts, mit einem Kreuzgang, der zu den schönsten in Norddeutschland gehört.

Das Braunschweiger Schloss wurde nach dem Krieg abgerissen — die Ruine galt als nicht erhaltungswürdig. Jahrzehntelang klaffte im Stadtzentrum eine Lücke. 2007 bis 2011 wurde die barocke Fassade des Schlosses rekonstruiert und dahinter ein Einkaufszentrum gebaut — ein in Deutschland einzigartiger und viel diskutierter Kompromiss zwischen historischem Gedächtnis und Stadtökonomie. Das Ergebnis ist ein Einkaufszentrum, das von außen wie ein Schloss aussieht. Man kann das mögen oder nicht.

Volkswagen hat in Wolfsburg, 25 Kilometer von Braunschweig entfernt, sein Stammwerk — und Braunschweig ist Teil der Wolfsburg-Braunschweig-Region, einer der industriell dichtesten in Norddeutschland. Das Braunschweig der Wissenschaft ist ebenfalls bedeutend: die Technische Universität Braunschweig, gegründet 1745 als Collegium Carolinum, ist eine der ältesten technischen Hochschulen Deutschlands.

Lüneburg — wo die Hanse ihr Salz hatte

Lüneburg ist eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Norddeutschlands — und das verdankt sie dem Salz. Die Lüneburger Salzquellen machten die Stadt im Mittelalter reich. Salz war damals so wertvoll wie heute Öl — unverzichtbar für die Konservierung von Fischen, Fleisch und Lebensmitteln. Lüneburg lieferte Salz für ganz Nordeuropa, besonders für die Heringsfischerei der Hanse in der Ostsee. Wo Geld war, entstanden Häuser — und diese Häuser stehen noch.

Die Altstadt Lüneburgs ist UNESCO-Welterbekandidat und hat über 1.200 denkmalgeschützte Gebäude. Die typischen gotischen Backsteingiebel, die schiefen Häuser — durch den Salzabbau sank der Untergrund jahrhundertelang ab, Häuser neigten sich — und die Kirchtürme ohne Spitzen, weil auch diese im absinkenden Boden kippten, sind ein Stadtbild, das es so kein zweites Mal gibt. Der Am Sande-Platz mit der Johanniskirche ist einer der schönsten Plätze Norddeutschlands, fast unbekannt außerhalb der Region.

Die Lüneburger Heide, die weite Landschaft südlich der Stadt, ist im August und September ein Naturspektakel — wenn das Heidekraut blüht, wird die sonst karge Landschaft violett. Millionen Touristen kommen in diesen Wochen. Der Rest des Jahres ist die Heide ruhig, weit und für manche Geschmäcker zu leer. Für andere genau richtig.

Göttingen — die Universitätsstadt mit den meisten Nobelpreisen

Göttingen hat weniger als 120.000 Einwohner und mehr Nobelpreisträger als die meisten Länder der Welt. Die Georg-August-Universität, gegründet 1737 vom britischen König Georg II. — der gleichzeitig Kurfürst von Hannover war — wurde schnell zur bedeutendsten Universität im deutschsprachigen Raum. Gauss lehrte hier, Riemann, Weber, Hilbert, Born, Heisenberg, Planck — die Liste der Göttinger Professoren liest sich wie ein Who’s Who der Wissenschaftsgeschichte. 45 Nobelpreisträger haben in Göttingen gelernt oder gelehrt — eine Konzentration, die weltweit nur Cambridge und Harvard übertreffen.

Die Altstadt ist kompakt und lebendig — Fachwerkhäuser, das Alte Rathaus am Marktplatz, die Gänseliesel-Brunnen, an der frisch promovierte Doktoren traditionell küssen müssen. Das Kuss-Ritual ist so bekannt, dass die Gänseliesel als die meistgeküsste Frau der Welt gilt — eine Ehre, die die Bronzestatue mit Fassung trägt. Göttingen ist eine studentische Stadt, die von ihrer Universität lebt — etwa 30.000 Studierende in einer Stadt mit 120.000 Einwohnern, ein Verhältnis das das gesamte Stadtleben durchdringt.

Wolfsburg — die Stadt, die VW gebaut hat

Wolfsburg ist ein Sonderfall in der deutschen Stadtgeschichte. Die Stadt wurde 1938 gegründet — nicht organisch gewachsen, sondern von oben angeordnet, als Produktionsstandort für den Volkswagen, den Volkswagenwerk KdF-Wagen. Die Stadt hieß zunächst Stadt des KdF-Wagens, wurde 1945 in Wolfsburg umbenannt und begann mit dem Käfer, der die Welt veränderte.

Volkswagen und Wolfsburg sind untrennbar — der Konzern ist der größte Arbeitgeber, Steuerzahler und Stadtentwickler gleichzeitig. Das VW-Werk in Wolfsburg ist das größte Automobilwerk der Welt, mit über 60.000 Mitarbeitern allein am Standort und einer Fläche, die größer ist als das Stadtzentrum selbst. Die Autostadt, ein Markenerlebnispark direkt neben dem Werk, ist einer der meistbesuchten touristischen Attraktionen in Deutschland — mit Markenpavillon, Museums und der Möglichkeit, seinen neu bestellten VW direkt ab Werk abzuholen.

Wolfsburg ist eine reiche Stadt — reich durch VW, reich durch Steuern, reich durch die Kaufkraft der gut bezahlten Werksarbeiter. Die Kunstmuseum Wolfsburg, 1994 eröffnet, zeigt internationale Gegenwartskunst auf einem Niveau, das für eine Stadt dieser Größe außergewöhnlich ist — finanziert großzügig von VW. Der Allerpark am Mittellandkanal ist das Freizeitzentrum der Stadt, mit Badesee, Sportanlagen und dem Phaeno, einem Wissenschaftsmuseum in einem spektakulären Gebäude von Zaha Hadid.

Osnabrück — der Frieden von Westfalen

Osnabrück ist keine Stadt, die man auf Anhieb mit Weltgeschichte verbindet. Und doch: Der Westfälische Frieden, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete und die moderne europäische Staatenordnung begründete, wurde in zwei Städten gleichzeitig verhandelt — Münster und Osnabrück. Münster für die katholischen, Osnabrück für die protestantischen Parteien. Das Friedensinstrument wurde in Osnabrück im Rathaus unterzeichnet. Der Friedenssaal ist erhalten und zugänglich — ein schlicht ausgestatteter Raum, in dem Europa neu geordnet wurde.

Osnabrück ist außerdem die Geburtsstadt von Erich Maria Remarque — dem Autor von Im Westen nichts Neues, dem meistverkauften deutschen Roman des 20. Jahrhunderts. Das Erich Maria Remarque-Friedenszentrum am Markt erinnert an den Autor, der 1933 aus Deutschland fliehen musste und nie zurückkehrte. Osnabrück hat ihn trotzdem nicht vergessen.

Hildesheim — Welterbe in der Mittelstadt

Hildesheim ist eine mittelgroße Stadt südlich von Hannover — rund 100.000 Einwohner — und hat zwei UNESCO-Welterbestätten auf engstem Raum. Der Dom St. Maria und die Kirche St. Michael, beide aus dem frühen 11. Jahrhundert, sind zwei der bedeutendsten romanischen Kirchenbauten Deutschlands und gehören seit 1985 zum Welterbe.

Der Dom birgt einen der größten romanischen Domschätze Europas — Bernwardsäule, Bernwardstür, Epiphaniasschrein — benannt nach Bischof Bernward von Hildesheim, der um das Jahr 1000 eine der bedeutendsten Kunstsammlung des Mittelalters aufbaute. An der Außenwand des Doms wächst der Tausendjährige Rosenstock — eine wilde Rose, die laut Überlieferung seit dem 9. Jahrhundert an der Domwand wächst und damit als älteste lebende Rose der Welt gilt. Ob das stimmt, ist botanisch umstritten. Dass die Rose blüht, ist nicht umstritten.

Die Nordseeküste — Wattenmeer und Inseln

Niedersachsen hat 70 Kilometer Nordseeküste — und dahinter das Wattenmeer, das seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe ist. Das Wattenmeer ist eines der artenreichsten Ökosysteme Europas: bei Ebbe trocken fallende Wattflächen, bei Flut überspülte Lebensräume für Wattvögel, Robben, Krebse und Fische. Wattwanderungen zu Fuß durch das trockengefallene Watt bis zu den vorgelagerten Inseln gehören zu den außergewöhnlichsten Naturerlebnissen Norddeutschlands.

Die Ostfriesischen Inseln — Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog, Wangerooge — sind die bekanntesten deutschen Nordseeinseln und Sommerreiseziele mit langer Tradition. Norderney, die zweitgrößte, ist seit dem 19. Jahrhundert Seebad und war Lieblingsort Heinrich Heines. Juist, schmal und lang, ist autofrei bis auf Krankenwagen und Pferdekutschen. Borkum ist die größte und hat den lautesten Tourismus. Alle sind im Sommer voll und im Winter fast menschenleer — und im Winter oft schöner.

Wirtschaft — Volkswagen und mehr

Niedersachsen ist eines der wirtschaftsstärksten Bundesländer Deutschlands. Volkswagen mit Hauptsitz in Wolfsburg ist der größte private Arbeitgeber im Bundesland und einer der größten der Welt. Das Land Niedersachsen ist mit rund 12 Prozent an VW beteiligt — ein ungewöhnliches Konstrukt, das den Einfluss des Landes auf die Konzernpolitik sichert und regelmäßig für juristische Diskussionen sorgt.

Neben Volkswagen: Continental in Hannover, einer der größten Autozulieferer der Welt. Salzgitter AG, einer der größten Stahlhersteller Deutschlands. TUI in Hannover, einer der größten Reisekonzerne Europas. Die Landwirtschaft ist in Niedersachsen bedeutender als in den meisten anderen Bundesländern — Niedersachsen ist der größte Erzeuger von Kartoffeln, Schweinen und Hühnereiern in Deutschland. Das klingt prosaisch und ist volkswirtschaftlich erheblich.

Der Hafen Wilhelmshaven ist der einzige Tiefwasserhafen Deutschlands — in der Lage, die größten Containerschiffe der Welt aufzunehmen, die in Hamburg und Bremen wegen der begrenzten Fahrwassertiefe nicht anlegen können. Der JadeWeserPort, 2012 eröffnet, hat die erwarteten Umschlagzahlen noch nicht erreicht — aber das Potenzial ist unbestritten.

Der Harz — Niedersachsens Mittelgebirge

Der Harz, das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands, liegt an der Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Der Brocken, mit 1.141 Metern der höchste Gipfel, liegt auf sachsen-anhaltischem Gebiet — aber der westliche Harz, der waldreiche Teil mit den Tälern und Bergstädten, gehört zu Niedersachsen.

Goslar, am Nordrand des Harzes, ist eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Deutschlands und seit 1992 UNESCO-Welterbe — gemeinsam mit den Bergwerken im Rammelsberg. Das Bergwerk Rammelsberg wurde über 1.000 Jahre lang betrieben — von etwa 968 bis 1988 — und ist damit eines der am längsten kontinuierlich betriebenen Bergwerke der Geschichte. Die Kaiserpfalz Goslar, der repräsentative Palast der salischen und staufischen Kaiser, wurde im 19. Jahrhundert restauriert und ist das bedeutendste weltliche Bauwerk der Romanik in Deutschland.

Clausthal-Zellerfeld, Osterode, Sankt Andreasberg — Bergstädte des Harzes, entstanden aus dem Silber- und Kupferbergbau, die nach dem Ende des Bergbaus eine neue Rolle suchen und teils im Tourismus, teils in der Hochschulbildung finden. Die Harzer Schmalspurbahn, ein Netz historischer Schmalspurlinien mit Dampflokbetrieb, verbindet die Harzstädte und ist selbst ein Touristenziel.

Häufige Fragen über Niedersachsen

Wie viele Einwohner hat Niedersachsen?

Rund 8 Millionen — damit ist Niedersachsen das viertbevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands, nach Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Die Bevölkerung ist relativ gleichmäßig über das Bundesland verteilt, ohne eine einzelne dominierende Metropole.

Was ist die Hauptstadt von Niedersachsen?

Hannover, mit rund 540.000 Einwohnern die größte Stadt des Bundeslandes. Hannover ist Landeshauptstadt, Messestandort und Verkehrsknotenpunkt — geografisch fast exakt in der Mitte zwischen Hamburg und Frankfurt, zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet.

Was sind die schönsten Städte in Niedersachsen?

Lüneburg, Goslar, Hildesheim, Göttingen, Celle und Osnabrück — alle mit gut erhaltenen historischen Stadtkernen, alle weniger bekannt als sie verdienen. Celle ist besonders bemerkenswert: über 400 Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, ein gut erhaltenes Schloss, eine lebendige Altstadt und eine der höchsten Dichten denkmalgeschützter Gebäude in Norddeutschland.

Warum ist Goslar UNESCO-Welterbe?

Goslar und das Bergwerk Rammelsberg gehören seit 1992 zum UNESCO-Welterbe — als Zeugnis für den mittelalterlichen Silber- und Kupferbergbau, der die wirtschaftliche Grundlage des Heiligen Römischen Reiches mitfinanzierte. Die Kaiserpfalz Goslar, Tagungsort der salischen und staufischen Kaiser, gehört ebenfalls zum Welterbe. Goslar ist eines der wenigen deutschen Welterbe, das Stadtbild und Industriegeschichte zusammen auszeichnet.

Was ist das Wattenmeer?

Das Wattenmeer ist die Gezeitenzone vor der Nordseeküste — bei Ebbe trockenfallende Schlick- und Sandflächen, bei Flut überspülte Lebensräume. Das niedersächsische Wattenmeer ist Teil des trilateralen Wattenmeeres Deutschland-Niederlande-Dänemark, das 2009 UNESCO-Weltnaturerbe wurde. Es ist eines der artenreichsten Ökosysteme Europas und Brutgebiet für Millionen von Zugvögeln.

Wie ist Niedersachsen mit dem Rest Deutschlands verbunden?

Exzellent. Hannover liegt an der Schnittstelle der wichtigsten Nord-Süd- und Ost-West-ICE-Trassen. Der Mittellandkanal verbindet Niedersachsen wasserstraßentechnisch mit dem Ruhrgebiet und Berlin. Die Autobahnen A1, A2, A7 und A27 durchkreuzen das Bundesland. Der Flughafen Hannover bedient europäische Ziele und einige interkontinentale Verbindungen.


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